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| - Junger Mann, nun lerne Gott zu lieben und die
Frauen zu ehren. Sprich gut von den Frauen und sei tapfer, wie ein Mann
es sein soll, und hüte dich vor Lug und Trug.
Trachte
nach Redlichkeit und befleißige dich in der Ritterschaft. Mit Freuden
sollst du üben: Steinwerfen und Stangen drücken, Tanzen und Springen,
Fechten und Ringen, Lanzenstechen und Turnierkampf, und dazu schönen
Frauen zu hofieren.
Sei aufgelegt zu Lust und Scherz: Fechten verlangt Herz.
Junger
Mann: erschrickst du leicht, dann sollst du nicht das Fechten lernen.
Die ganze Kunst wäre verloren, denn das Dröhnen des Schlages und die
derben Streiche machen ein zaghaftes Herz bald weich.
Nun habe eines Mannes Mut, gegen jeden, der dir Unrecht tut.
Willst du bei Ehren bleiben, so sollst du die Wahrheit üben. Hüte dich vor den Bösen, die keine Treue halten können.
Hast
du dies verstanden, so geselle dich zu den Guten [Frommen]. Wenn man
dir einen Rat geben will, so überdenke diesen gut. Dann kannst du
erkennen, ob er dir nützt oder schadet.
So spricht der Talhoffer!
Nun
lerne die wahre Lehre: Du sollst dich sehr gut besinnen, wenn du
fechten oder ringen willst. Achte darauf dem Fechten treu zu sein, denn
der Brauch [des Fechtens] ist nicht neu; traue nicht jedermann. Steh
fest wie ein Bär und gleite nicht hin und her [sei aufrichtig und nicht]wankelmütig].
Das
merke dir und verwende deine ganze Kraft im rechten Maße. Lerne gute
Kunst und schaue oft in dein Fechtbuch, da findest du alles
dargestellt.
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