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| - Silver schlug mehrmals gegen die Wand. Ihm war dabei scheißegal, ob er sich nun die Arme brach oder nicht (er zersplitterte sie förmlich). Er hörte erst auf als, er von Mistral, Tensagi und Enriya festgehalten und zu Boden gedrückt wurde. „Nein! Nein! NEIN!!“, rief er verzweifelt. Skullface und Marak kamen hinzu und fixierten ihn zusammen mit den anderen. „Beruhige dich, Silver!“, rief Mistral und bat einen der assistierenden Medizinoffiziere mit einer Betäubungsspritze ins Cockpit. Als sie endlich seinen noch freien Arm zu fassen bekam, schreckte sie kurz zurück. Silver schrie gellend auf, da von seinen Armknochen kaum mehr als Splitter übrig waren. Die anderen Offiziere im KIZ wurden durch das Geschrei auf die seltsame Szene im Cockpit aufmerksam. Zwei gingen hin und fragten, ob sie etwas tun konnten. Mistral schickte sie wieder weg, als der Medizinoffizier mit der Betäubungsspritze kam. Da sich Silver bei ihrem Anblick noch mehr wehrte und versuchte, um sich zu schlagen, eilte Seraphim noch hinzu und bändigte ihn zusammen mit den anderen durch ihre biotische Astral-Hybridkraft. Als ihm Mistral endlich das Mittel verabreicht hatte, ließ seine Kraft innerhalb weniger Sekunden nach. Nachdem er endlich eingeschlafen war, ließen die anderen los und rieben sich die Arme. „Pfuh... Hatte nicht gedacht, dass er so viel Kraft hat. Er hat ja gekämpft wie ein Löwe...“, erkannte Mistral erschöpft und half Raek’a ihn zu schultern. „Naja, er hatte ja nichts mehr zu verlieren. Ich hätte nur nicht gedacht, dass in dieser sanften Seele so viel Kraft und Verzweiflung schlummert.“, erkannte auch Seraphim geschafft. Silver wurde in die Krankenstation gebracht und dort fixiert. Dort angekommen, wurde sich Mistral eines Dilemmas bewusst: Zum einen befand sich Phoenixclaw nun in den Fängen der Reaper und war somit vielleicht tot. Zum anderen hatte die Phoenix nun keinen Executive Officer um sie zu ersetzen. Die Befehlskette hatte sich gleich um zwei Stufen nach unten bewegt. Somit war sie nun der Kommandant der Phoenix. „Gebt ihm die Knochenmatrix und verringert die Menge an Schmerzmitteln. Wir müssen ihn so schnell wie möglich wieder einsatzfähig bekommen.“, meinte sie zu ihren Assistenten und schickte eine Nachricht an Phoenixclaws Vize. „Wir müssen dieses Debakel so schnell es geht lösen!“ Phoenixclaw kam inmitten seltsamer Schläuche wieder zu sich. Sie wurde an eine der komischen Wände gefesselt und befand sich in einer beklemmend geformten Halle. Der Vorbote versuchte sie weiterhin zu indoktrinieren, doch dank Reshanta, die mit ihren Segenssprüchen eine Mauer vor dem ewigen Flüstern des Reapers baute, hatte sie nichts zu befürchten. „Sie widersetzen sich immer noch?“, erkannte der Vorbote. „Tja, ist wohl nicht so einfach, wie es anfangs aussah, was?“, entgegnete Phoenixclaw trotzig und zerrte an den Fesseln. „Illumina estrija; makratchina novurakiti. Illumina ejsira; handriban katarisfan. Nor redjan.“, sprach Reshanta ihr weiterhin ins Ohr, damit das Flüstern der Reaper verklang. „Machen Sie sich deswegen keine Sorge. Ich bekomme noch, was ich von Ihnen will.“, sprach der Vorbote dröhnend. „Nur über meine Leiche! Eher sterbe ich, als das ich mich indoktrinieren lasse!“, rief Phoenixclaw. „Das lässt sich machen.“, meinte der Vorbote, worauf eine Banshee vor ihr auftauchte. Während Reshanta weiter die rituellen Worte und Gebete aufsagte und sie so vor dem Zugriff der Reaper schütze, flüsterte sie nur leise: „Hoffentlich bekommt Shepard das hin...“ Sie ahnte nicht, dass das zweideutig gemeint war. Auf der Crowend Eagle, dem Flaggschiff der 5. Flotte der Star Alliance, ging Admiral Shepard gerade ihre Unterlagen durch und gab diverse Befehle für Verteidigungs- und Hilfsmissionen. Sie war außerdem der Vice-Admiral, also der Vize des Fleet-Admirals nach wing’scher Rängeordnung. „Admiral Shepard! Admiral Shepard! Ich habe hier eine extrem dringende Nachricht von der Phoenix!“, rief ein Commander und stürmte in ihr Arbeitszimmer im Kommunikationsraum. „Was ist los, Antoni?“, fragte sie verwundert und nahm das Glass-Tab entgegen. „Fleet-Admiral Phoenixclaw wurde vom Anführer der Reaper, dem Vorboten, gefangen genommen und verschleppt.“, berichtete er die Kurzfassung. „Scheiß doch die Wand an! Jetzt bin ich auch noch die verdammte Oberkommandierende der Star Alliance! Wer weiß davon?“, meinte sie genervt. „Nur sie, ich und eine Handvoll Leute auf der Phoenix. Sie verschweigen es momentan sogar der 6. Flotte und der galaktischen Allianz.“ „Weiß jemand wohin der Reaper abgehauen ist?“ „Nein. Der KI der Phoenix, EVI, nach ist er in Richtung des Manmah-Clusters geflogen. Doch sie hat seine Signatur bereits beim Delta-Bereich verloren.“ „Oh verdammt. Ok, gib eine Meldung an die 5. raus. Jeder, der einen großen, etwas anders geformten Reaper sieht, soll ihn sofort mithilfe der Antimaterie-Kanonen zerstören.“ „Ma’am?“ „Selbst wenn Phoenixclaw da rauskommen würde, wüssten wir nicht, ob sie irgendwas preisgegeben hat oder von den Reapern indoktriniert wurde. Notfallkodex Absatz drei: Nach Gefangenschaft mit eventueller Gehirnwäsche muss jeder Offizier der Star Alliance unverzüglich hingerichtet werden, außer es ist klar, dass er kein Schläfer-Agent des Feindes ist.“ Antoni zuckte kurz zusammen. „Die dakratanische Klausel.“, erkannte er mit einer gewissen Furcht in der Stimme. „Genau. Wir machen also keine Rettungsaktion, da wir nicht wissen, ob die Phoenixclaw, die wir so eventuell retten, noch die Phoenixclaw ist, die uns in diesen Krieg geführt hat. Gib das einfach durch. Sag aber niemanden warum. Die Gefangennahme von Admiral Phoenixclaw muss unter uns bleiben!“ „Zu Befehl, Admiral Shepard.“, meinte Commander Antoni und salutiert. Nachdem er rausgetreten war, stand Shepard auf und trat ans Fenster. „Hoffentlich habe ich das richtige getan...“, flüsterte sie kurz in Gedanken. Mistral erhielt von Kiara, der KI der Crowend Eagle, die Rückmeldung von Admiral Shepard und spürte förmlich wie ihr Mut sank. „Verdammt. Die dakratanische Klausel.“, flüsterte sie nur und wandte sich den immer noch bewusstlosen Silver zu. Zwei Tage vergingen. Zwei Tage in denen Phoenixclaw von einer Banshee angestarrt wurde, allerdings von weiteren Reapergeflüster verschont blieb. Sie allerdings flüsterte nun permanent die Gebete, die Reshanta vor Tagen noch ausgesprochen hatte. Wenn sie ihr schon nicht raushalfen, so lenkten sie doch wenigstens ab. Der Vorbote merkte immer wieder, wie stark ihr Wille war. So schaffte er es anfangs noch ihren Verstand zu vernebeln, doch bereits am ersten Tag war sie gegen seine Kontrollversuche immun. Aktuell döste sie vor sich hin, immer die Gebete des Anfangs runterbetend. Sie wurde von einem hellen Lichtschein, der sich irgendwie vor ihr befand, aus diesem Dämmerzustand, der sich wegen des Wassermangels ergab, geweckt. Erst wusste sie nicht was das sollte, dann erkannte sie, dass der Lichtschein von einem gleißenden Zeichen ausging. Das Zeichen des galaktischen Pantheons. „Helft mir… Bitte…“, meinte sie kraftlos. Die Götter des Pantheons halfen ihr, liehen ihr einen kleinen Teil ihrer aller Kraft. Phoenixclaw spürte förmlich, wie immer mehr Energie in ihren Körper strömte. Ein goldener Schimmer breitete sich aus und löste sie von den Fesseln des Reapers. Sie ließ sich in dieser Kraft treiben und verlor das Bewusstsein. Phoenixclaws Körper leuchtete golden auf und wurde von einer starken Astralkraft umgeben. Die Astralrkaft manifestierte sich als sechsfach geflügelter Phönix und landete vor der Banshee, die sich einfach in blauen Flammen auflöste. „Du wirst sie niemals besitzen!“, rief eine Stimme, die aus der Urzeit des Universums zu kommen schien. Dann fächerte der Phönix seine Flügel auf und flog einfach durch die Wände des Reapers hindurch. Er flog vom Vorboten weg, der sich über der Erde zusammen mit tausend anderen befand, und verschwand im Raumtunnel. Silver hatte sich in den zwei Tagen insoweit erholt, dass er nicht mehr am Bett festgeschnallt war, doch ließ ihn EVI immer noch nicht ans Steuer. Sie begründete das mit seiner mentalen Instabilität, er mit reiner Panikmache, auch wenn er ihr insgeheim Recht gab. Die Verschleppung von Phoenixclaw war immer noch geheim, auch sein Gesundheitszustand war geheim. So saß er traurig auf den Observationsdeck und starrte in die Sterne. EVI steuerte das Schiff zwar, doch trieben sie mehr orientierungslos durch die Leere des Alls. Auf seinem Schoß lag eine Pistole, die er aus dem Waffenspind eines Marines gestohlen hatte. Noch gab er die Hoffnung nicht auf, dass Phoenixclaw noch lebte und sich den Indoktrinationsversuchen des Vorboten entzog. Doch wenn es keine Hoffnung mehr für sie gab, gab es auch keine mehr für ihn. Irgendwas brach vor der Phoenix aus dem Raumtunnel und näherte sich ihr. Es sah aus wie ein goldener Komet. Er flog an der Phoenix vorbei, goldene Partikel glänzten in seinem Schweif mit. Silver beachtete ihn kaum, erst als dieser Komet plötzlich neben der Phoenix nebenher flog erkannte er, dass es ein galaktischer Vogel war. Ein Götterbote, wie man in den Legenden sagte. Der Vogel wurde kurz durchsichtig und gab preis, was er transportiert. Es war Phoenixclaw. Er sank etwas und wollte scheinbar durch die KIZ-Luftschleuse kommen. Silver schreckte auf und rannte runter. Als er dort unten an kam, waren bereits einige Wachmänner vor der Luftschleuse, die sich ohne jeglichen Grund geöffnet hatte. „Lasst mich durch! Das ist Phoenixclaw!“, meinte er, als ihn die Wachleute vom Öffnen abhalten wollten. Sie ließen ihn widerwillig. Als sich die innere Luftschleusentür öffnete, stand Phoenixclaw in der Mitte des Raumes, lächelte und knickte ein. Silver konnte sie gerade so auffangen. Neben ihr lag eine goldene Feder. „Ruft Mistral. Das wird ihr sicher gefallen.“, meinte Silver überwältigt von Freude. Kategorie:Fanon Kategorie:Phoenixclaw (fanon)
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