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| - Müde war sie heute morgen, aber es war auch gestern ein langer Abend gewesen, und ein gefüllter. Spät war sie ins Bett gefallen und hatte dann auch nicht wirklich gut schlafen können. Zuviel war passiert und auch zuviel ging ihr noch durch den Kopf. Da sie ja fleißg das Theaterstück angepaßt hatte, hatte sie auch kurzerhand den Termin auf diesen Mittwoch gelegt, aber als sie aufbrechen wollte, fiel ihr auf, dass sie ja Uhrzeit und Ort vergessen hatte. Na ja, die anderen würden schon irgendwann kommen und sie würden sich wohl treffen, wo sie sich zum Theater immer trafen. Und dann entdeckte sie auch, dass Falrinn eine Uhrzeit und den richtigen Ort angenommen hatte und in der Gildeninfo bekannt gegeben hatte. So war ja alles geregelt. Noch ein wenig Zeit blieb ihr und so schwamm sie noch schnell eine Runde im See und erschien erholt und pünktlich zur Theaterprobe. Es waren schon sehr viele Schauspieler da. Soviele Rollen hatte das Stück doch gar nicht, wie sollte sie die alle unterbekommen? Kurzerhand wurde noch eine zweite Fee, ein dritter Bösewicht und ein Erzähler eingeführt. Die Rollenverteilung war chaotisch wie von den Freigeistern zu erwarten, die konnten aber auch nie ihre Quasselschnäbel halten, aber sie war - wie auch die Kostümbesprechung - dann doch irgendwann geschafft und Ceriny auch. Da noch etwas Zeit blieb, starteten sie gleich mal damit die erste Szene anzuspielen. Die kleine Gnomin folgte dem Stück ziemlich angespannt und mußte sich sehr zusammenreißen nicht überall Verbesserungen anzubringen. Es war doch die erste Probe, die Umgebung paßte noch nicht, da konnte noch nicht alles perfekt sein, auch wenn sie es so gerne so gehabt hätte. Aber verkraulen wollte sie ja auch niemanden. Bei den letzten Sätzen angekommen, erschien Azathor. Er hatte vorher schonmal gesagt, dass er vielleicht vorbeischauen wolle. Ceriny begrüßte ihn kurz, wollte aber noch die letzten Dinge klären. Als sie fertig waren, fragte Yla ob denn Falrinn noch ein paar Minuten für sie hätte und dieser fragte Ceriny, ob sie auf ihn warten würde und weg waren die beiden. Ceriny war sehr dankbar, dass sich Feyea anbot mit ihr zu warten, so war sie nicht alleine mit Azathor. Irgendwie fühlte sie sich der Situation nicht gewachsen. Azathor machte schon den Eindruck, dass er wegen ihr und nicht wegen dem Theaterstück gekommen war, aber was sollte sie jetzt tun? und Falrinn? Sie wollte keinen von beiden vor den Kopf stoßen. Kurz danach kam auch Falrinn wieder zurück und Ravi hatte wohl ein Kostüm gefunden, was zu dem Bösewichten paßte. Die kleine Gnomin fand das Kostüm ja wirklich richtig gut, es paßte so, wie sie sich den Bösewichten vorgestellt hatte. Aber Falrinn, was hatte er denn gegen Ravi? Er hatte überall etwas auszusetzen. Dabei hatte sich doch Ravinius soviel Mühe gegeben und war voller Begeisterung dabei. Zappelig wegen dieser Streiterei und zerrissen zwischen Falrinn und Azathor, fragte sie kurzerhand Falrinn, ob sie nicht nach seinem Kostüm im Auktionshaus schauen wollten. Sie wollte einfach hier weg, etwas tun, beschäftigt sein. Aber Falrinn meinte, er ginge alleine vor. Hach, wenn er ihr hier nicht raushelfen wollte, dann würde sie eben alleine gehen. Er musste sie ja nicht begleiten, um SEIN Kostüm zu finden, das konnte sie auch ohne ihn. Als sie dann etwas eingeschnappt losziehen wollte, entschied er sich doch noch, mitzukommen und Azathor verschwand urplötzlich in einer Rauchwolke. Na toll, jetzt war wohl alles durcheinander. Der eine Gnom lies sie im Stich, der andere fühlte sich wohl zurückgestossen, warum sonst wäre er wortlos verschwunden? Also, stapfte sie los zum Greifen, nicht ohne ein paar nette Verabschiedungsworte für Ravinius. Er konnte ja für all das nichts. Falrinn folgte ihr und entschuldigte sich bei ihr, dass er sie abgewiesen hatte, er hatte angenommen, dass sie den Abend mit Azathor verbringen wollte. Konnte sie das aber nicht selber entscheiden, mit wem sie den Abend verbringen wollte? Es war schon schwer genug für sie zu wissen, was sie denn selber wollte, aber wenn dann andere auch noch mitdachten, wurde das ja noch komplizierter. Sowohl für sie, wie für die anderen. In Eisenschmiede lief sie schnell ins Auktionshaus und fing schon an nach den Federkostümen zu suchen und hatte diese auch entdeckt bevor Falrinn kam, so konnte sie diese freudig präsentieren. Als sie sich auf den Weg zu Bruuks Kneipe machten, hörte sie Azathors Stimme durch das Steinchen. Er sei sehr traurig und hätte den Abend so nicht erwartet. Und dann fing er an, ihr Vorwürfe zu mache, er nutzte keine schlimmen Worte, aber die anderen trafen auch schon. Sie sei unfair und er sei schwer enttäuscht von ihr. Erst entschuldigte sie sich noch, wie sie es wohl zu oft tat, aber dann reichte es ihr. Was sollte das? Sie hatte ihm nichts versprochen und hatte nun keine Ahnung, woraus er irgendwelche Rechte ableitete. Und dann warf er ihr auch noch vor, dass sie ihre Freiheit wieder viel zu schnell hergeben würde. Hä? Hätte sie nicht genauso viel Freiheit eingebüßt, wenn sie den Abend mit ihm verbracht hätte? Sie war von Azathor an diesem Abend in die Enge getrieben worden. Er hatte es darauf angelegt, dass sie zwischen ihm und Falrinn saß und sie hatte sich, ihrer Meinung nach, für die Freiheit entschieden. Azathor erwartete zuviel und forderte dieses sogar noch ein. Das war keine Sache, auf die sie sich einließ. Man konnte sie um vieles bitten, aber nichts fordern. Nachdem es ihr schien, dass Falrinn sowieso schon zuviel wußte und noch viel mehr vermutete, rang sie sich dazu durch, einfach alles zu erzählen, damit irgendwelchen Mißverständnissen jede Grundlage genommen war und so erzählte sie ihm wie Azathor auf die Idee gekommen war, dass sie mehr für ihn empfinden könne und dass es eigentlich Falrinn war, dem ihr Herz gehörte. Sie merkte, dass durch diese Wahrheit und Offenheit vielleicht mehr Vertrauen entstand, dafür ging soviel anderes verloren. Es war die Leichtigkeit und Unbekümmertheit, die sich durch die Unverbindlichkeit ergeben hatte, die sie so sehr genoß. Nicht zu wissen, aber zu erahnen, was der andere fühlte, dieses Geheimnis war verschwunden. Es gab keine schöne Unsicherheit mehr, die einem soviel Raum für Träumereien und Hoffnung ließ, die das Spiel ausmachte, sich zu kappeln, mit netten Worten in Sicherheit zu wiegen und dann doch wieder eine kleine Gemeinheit loszuwerden. Sie hoffte, dass das Morgen wieder das Gestern bringen würde, und das Heute damit vergessen sein könnte. Vielleicht würde dieser Zauber den Weg noch einmal zurückfinden. Kategorie:Geschichten Kategorie:Schatzsucher
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