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| - Drei Wochen, seit drei Wochen flog die SSV Blackbird durch das Randgebiet der Attika-Traverse. Ihr kommandierender Offizier, Commander Marié Lionclaw, handelte dabei im geheimen Auftrag des Admirals der 5. Flotte der Allianz. Mittlerweile, und nachdem sie bereits eins dieser unidentifizierbaren Schiffe gesehen hatte, zeichnete sich für Lionclaw ein Muster ab, welches sie nun genauer erforschte. Ihr momentaner Aufenthaltsort: Attika Beta, Herkules-System. Silver und Lionclaw schauten auf die Galaxie-Karte. „Das ist ein wirklich seltsamer Ort, sind Sie sich sicher?“, fragte er und blickte auf die Beschreibung des Planeten Eletania.Lionclaw zuckte mit den Schultern: „Das Schiff tauchte immer wieder in diesem Cluster auf und jedes Mal war es dichter an diesem System und zu diesem Planeten. Außerdem haben unsere Sensoren ein seltsames Signal aufgenommen. Das muss doch etwas bedeuten.“ Sie ging ins Interkom. „Galaxia, Seraphim. Macht euch fertig, wir treffen uns unten beim Jäger.“Nun wandte sie sich wieder Silver zu: „Du hast das Kommando bis ich wieder zurück bin. Und mach diesmal deinen Bruder nicht verrückt. Das letzte Mal war ziemlich anstrengend.“ Silver salutierte und blickte ihr dann nach. Eletania war ein seltsamer Planet, den man gut und gerne als Gartenwelt einstufen und als Koloniekandidaten sehen konnte; wären da nicht die kleinen, hoch Allergenen, Mikroorganismen, die bei jeder nicht-einheimischen Art einen anaphylaktischen Schock auslösten und somit den Tod bedeuteten. Mit Lt. Commander Galaxia und Lieutenant Seraphim im Gebäck, flog Lionclaw runter in die ungefähre Richtung der Signalquelle; nur um dort gleich auf jede Menge Piraten oder Schmuggler zu treffen. Noch während der kleinen Schießerei wurde Lionclaw von Seraphim auf eine Asari hingewiesen, die in einem hermetisch abgeriegelten Wohncontainer eingeschlossen war und dort offensichtlich festgehalten wurde. Während Seraphim mit ihrer Biotik und Galaxia mit seiner Treffsicherheit die restlichen Schmuggler ausschalteten, konnte Lionclaw das Schloss überbrücken und in den Dekontaminationsbereich des Containers eintreten. Nachdem sie die Asari von ihren Fesseln befreien konnte, fragte diese: „Wer sind Sie? Und warum helfen Sie mir?“ „Ich bin Commander Lionclaw von der Allianz. Ich helfe jedem Zivilisten, der durch Piraten oder anderes Gesindel in Gefahr gerät. Und wie ist Ihr Name?“, antwortete Lionclaw und suchte für die Asari die Schutzausrüstung herbei.Es gab keine für ihre Statur, doch wie kam sie dann auf diesen Planeten?Sie musterte die Asari nochmal, die sich jetzt die Hände und den Hals rieb. Sie hatte ein außergewöhnlich helles Gesicht, welches mit ihrer übrigen Hautfarbe an den Rändern langsam verschmolz und die dunkelblauen Streifen bei ihren „Haaren“ und unter ihren Augen noch verstärkte. Dazu kamen noch ungewöhnlich lilafarbene Augen. Nun stellte sich die Asari endlich vor: „Mein Name ist Enriya Thanoptis. Ich bin eine Wissenschaftlerin von Thessia.“ „Für was? Totbringende Mikroorganismen?“, entgegnete Lionclaw und suchte weiter nach einer Schutzausrüstung. „Nein. Archäologie. Sie mögen lachen, aber viele Asari widmen ihr Leben der Wissenschaft.“ „Lache ich? Sagen Sie, Ms. Thanoptis, wie sind Sie ohne Schutzausrüstung auf diesen Planeten gekommen? Und vor allem: Warum?“ Thanoptis wurde etwas stiller und antwortete: „Ich kam vor einigen Tagen mit meinem Team her um ein seltsames Artefakt auf diesen Planeten zu untersuchen, doch uns war eine Bande von Plünderern gefolgt, die mit alten Artefakten und ähnlichem Geld machen wollten. Sie sperrten mich vor acht Stunden ein und töteten meine drei Mitarbeiter. Als sie gingen vergaßen sie dabei nicht, meine Ausrüstung mit in ihr Lager zu nehmen. Selbst wenn ich mich aus eigener Kraft hätte befreien können, wäre ich noch in dieser Einheit gefangen gewesen. Sie wissen schon, die Mikroorganismen…“ „Verstehe. Galaxia, können Sie mich hören?“, meinte Lionclaw und funkte ihren Squad an. „Ja. Gibt es etwas zu berichten?“, antwortete Galaxia. „Hier in der Nähe müsste die Basis dieser Bande sein. Gehen Sie dorthin und suchen Sie dort nach luftdichter Schutzausrüstung in Asari-Einheitsgröße. Verstanden?“ „Verstanden, Ma’am!“ Lionclaw ging zu einem kleinen Schreibtisch, auf der eine Konsole sichtbar war. „Dieses Artefakt… Was ist daran so besonders?“, fragte sie. „Das ist die große Frage. Hier irgendwo in der Nähe muss es eine Höhle geben, in der ein Schrein oder ein Tempel einer uralten Spezies ist. Als wir hier angekommen sind, haben meine Kollegen und ich unser Lager weiter im Norden gehabt. Dort gab es aber nur ein protheanisches Artefakt, was für mich nur halb so interessant war. Ich hab dort etwas gefunden und an einen alten Freund auf der Citadel geschickt, so eine Art Amulett oder Schmuckstück. Jedenfalls sind wir dann hier runter gezogen und haben vor zwei Tagen mit dem Kartographieren des Gebietes angefangen. Eine potenzielle Stelle wollten wir heute untersuchen, da griffen die Plünderer an.“, erklärte Thanoptis. „Interessant, wirklich interessant. Würden Sie dort immer noch hin wollen?“, fragte Lionclaw und sah Galaxia mit einen Bündel unter dem Arm, wohl die Schutzausrüstung in einer besonderen Tüte, kommen. Er stellte es in die Dekontaminationsschleuse. „Auf jeden Fall. Ich glaube es handelt sich um eine Kultstätte einer uralten Spezies, deren Namen und Kultur heute komplett unbekannt sind.“, antworte Thanoptis und bekam von Lionclaw die Schutzausrüstung. „Dann wird das heute vielleicht noch ein Glückstag.“, meinte Lionclaw beim Gehen. Nachdem sie alle wieder im Jäger saßen, zeigte Enriya Thanoptis eine Karte der Umgebung. Es gab direkt in der Nähe ein großes Kreuz. Während Lionclaw dorthin flog, fragte Galaxia: „Also Miss Thanoptis… Was haben Sie so vor diesem Zwischenfall gemacht?“ „Eigentlich nichts Wichtiges. Meine Forschungsarbeit sieht im Vergleich zu der meiner Schwester Rana sehr mickrig aus. Ich habe bis jetzt nur herausgefunden, dass es unweit von Thessia scheinbar eine etwa 200.000 Jahre alte Spezies gab, die aber einfach aufhörte zu existieren. Wie gesagt, im Vergleich dazu, auch von der Resonanz her, ist meine Schwester die bessere von uns beiden.“, erzählte sie leicht schüchtern. „Was macht Ihre Schwester?“ „Oh, Rana ist Neurowissenschaftlerin im praktisch freiem Umfeld. Sie sucht sich die bestbezahltesten Jobs mit dem geringsten Risiko und scheffelt damit Geld ohne Ende. Vielleicht haben Sie von ihr gehört. Sie hat erst vor kurzem einen recht interessanten Artikel über die Funktionsweise und Beschaffenheit des menschlichen Geh…“, Enriya stoppte mitten in ihrer Erzählung, da sie Galaxias und Seraphims erschrockenes Gesicht gesehen hatte. Hilfe suchend wandte sie sich an Lionclaw: „Hab ich was Falsches gesagt?“ Lionclaw, die bei den Zielkoordinaten wirklich eine kleine Höhle am Fuße des Berges gefunden hatte, antwortete belustigt: „Nicht jeder von uns ist so darüber begeister plötzlich als Forschungsobjekt angesehen zu werden. Zumal der Artikel durch unsere Schiffsärztin auf unserem Schiff bekannt geworden ist und dort auch das Sezieren geschildert wurde. Verzeihen Sie also das erschreckte Schweigen meines Squads. Sie haben einfach nicht mit einer so direkten Verwandtschaft zu Dr. Rana Thanoptis gerechnet… Naja, vielleicht doch.“ „Oh… Verzeihung. Ich hab noch nie mit Menschen gesprochen. Ich dachte… Verzeihung.“, stotterte sie zusammen und schwieg. Enriya Thanoptis schwieg noch die Landung über und auch während sie mit den anderen in den überwucherten Höhleneingang ging. Irgendwann brach sie aber ihr Schweigen: „Haben Sie auch die seltsamen Felsen in der Nähe dieses Berges gesehen? Sie haben mich irgendwie an die Gebäude auf Thessia erinnert. Was sagen Sie?“ Während Galaxia und Seraphim den Kopf schüttelten, antwortete Lionclaw lapidar: „Ich kann dazu nichts sagen. Ich war noch nie auf Thessia. Und nun Schluss.“ Das machte die Stimmung wieder runter und unterdrückte für die nächste Zeit jegliche Gespräche. Besonders für Thanoptis schien das aber kein Problem zu sein, hatte sie sich bis jetzt immer mehr oder weniger blamiert. Lionclaw schob einige Wurzeln beiseite und fand einen eingestürzten Rundbogen. Nachdem sie alle einige Brocken mehr oder weniger elegant, beziehungsweise biotisch, weggeräumt hatten, kam ein gigantischer Raum zum Vorschein. „Bei der Göttin!“, rutschte es Thanoptis raus als sie in die Halle trat. Lionclaw und den anderen blieben die Worte weg. Sie standen nun in einem Tempel. Aus dem Loch in der Decke kam von irgendwo her Licht und beleuchtete eine seltsame Statue direkt darunter. Sie war wie ein DNS-Strang ineinander verdreht und von schwarzer Farbe. Oben dröselte sie sich auf, wobei man rote Kristalle in der Innenseite sehen konnte. Hinter der kleinen Statue war ein gigantisches Relief oder vielleicht auch eine gigantischen Statue eines sechsfach geflügelten Vogels. Die oberen Flügel reckte er nach oben, die mittleren schienen aus dem Blickwinkel die andere Statue umfassen zu wollen, die unteren waren so ausgebreitet, als wollten sie betende Leute schützen. Von der Statue gingen außerdem mehrere Schweife aus, die sich in zwei Bahnen am unteren Ende der Wand erstreckten und sogar bis zum ehemaligen Eingang reichten. Über diesen Schweifen waren zahlreiche Fresken mit betenden Leuten und seltsamen Zeichen. Auf den Boden war ein geometrisch, floreales Muster, wobei sich der Mittelpunkt unter der DNS-Statue befand. Thanoptis rannte zu einer der Wandfresken und schaute sich die Figuren an, dabei stammelte sie immer: „Bei der Göttin!“ oder „Das wird mir niemand glauben!“ Lionclaw war mehr von der seltsamen Statue in der Mitte des Raumes erstaunt und ging auf sie zu. Je näher sie kam, desto seltsamer wurde sie. Auf der Außenseite kamen seltsame Runen zum Vorschein, auf der Innenseite funkelten die angestrahlten Edelsteine. Außerdem konnte sie ein Flüstern hören, welches von dieser Statue ausging. „Commander, halten Sie das für eine gute Idee?“, fragte Seraphim, die bemerkt hatte, wie sie die Hand hob um über die Oberfläche zu streichen. DochLionclaw ignorierte das und machte es einfach. Nachdem sie über die glatte Oberfläche gefahren war und einige der Runen berührt hatte, drehte sie sich um und wollte etwas sagen; da leuchteten plötzlich die Runen auf der Außenseite der Figur blutrot und die Statue „kreischte“ auf. Eine Schockwelle ging urplötzlich von der Statue aus, während sie sich immer weiter aufdröselte und überall rote Lichtbänder aus ihr heraus kamen. Zwischen den Kristallen auf der Innenseite sprangen Funken über. Doch Lionclaw konnte nicht mehr weg. Sie wurde in einer Art Stasis gefangen und von der Energie des Artefakts umhüllt, dabei bildeten sich ebenfalls drei Flügelpaare auf ihren Rücken. „Commander!!“, schrie Seraphim und schaffte es gerade so aus dem Einflussbereich des Artefakts. Mit einer weiteren Schockwelle war das Spektakel vorbei; Lionclaw wurde auf den Boden geschleudert und die Statue drehte sich komplett zusammen, so dass nur noch die schwarze Oberfläche mit den schwarzen Runen zu sehen war und sie einer verdrehten Speerspitze glich. Unsicher traten Galaxia, Seraphim und Thanoptis an die bewusstlose Lionclaw. „Oh verdammt…“, meinte Galaxia und legte Commander Lionclaw um seine Schulter.
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