About: dbkwik:resource/HV1jVwpxmqTbx633P1-h7g==   Sponge Permalink

An Entity of Type : owl:Thing, within Data Space : 134.155.108.49:8890 associated with source dataset(s)

AttributesValues
rdfs:label
  • Margreth Tiffen III: So weit es geht Teil 2
rdfs:comment
  • Sie macht sich einige Stunden später auf den Weg, nachdem sie sich vergewissert hat, dass der Schankraum so gut wie leer ist. In den Straßen und Tunneln sind nur wenige Gestalten auf den Beinen und die Geschäfte haben zum größten Teil geschlossen. Das ständige Tropfen der feucht-schwitzenden Wände und das Gluckern der Kanäle ist fast das einzige Geräusch, sieht man von Margreths schweren Stiefeln auf dem Kopfsteinpflaster ab. Sie kann nur hoffen, dass er verlässlich ist. „Oh hallo Herr Thessin“, wispert sie. „Tja, da bin ich.“ „Mjah. Wir haben jetzt ein … Geschäft.“ „Stemmt euch dagegen...!“
dcterms:subject
dbkwik:forscherlig...iPageUsesTemplate
abstract
  • Sie macht sich einige Stunden später auf den Weg, nachdem sie sich vergewissert hat, dass der Schankraum so gut wie leer ist. In den Straßen und Tunneln sind nur wenige Gestalten auf den Beinen und die Geschäfte haben zum größten Teil geschlossen. Das ständige Tropfen der feucht-schwitzenden Wände und das Gluckern der Kanäle ist fast das einzige Geräusch, sieht man von Margreths schweren Stiefeln auf dem Kopfsteinpflaster ab. Sie hat ihre Rüstung angelegt und ihren Bügelhelm aufgesetzt, ihr Schwert an der Seite und den Schild an den linken Arm geschnallt. Der Vorteil ist, dass der Rundschild das Kind verdeckt, während sie es trägt. Das Kleine gibt hin und wieder leise Geräusche von sich, aber alles in allem ist es still. Margreth atmet auf, als sie die noch etwas belebteren Plätze hinter sich lässt. Ein schreiendes Kind bringt man um nichts in der Welt zur Ruhe, ganz egal wie wichtig es ist. Aber sie hat Glück (sie haben beide Glück) und es ist still. Niemand scheint ihr zu folgen oder sie überhaupt zu bemerken. Der Eingang zu den Kanälen von Undercity, die seitlich aus der Stadt heraus nach Tirisfal führen, befindet sich an einem halbrunden Platz, der kaum mehr als eine Verbreiterung des Tunnels darstellt. Er ist von zwei Monstrositäten bewacht. Die riesigen, aus Leichenteilen zusammengesetzten Wesen blicken sich träge um, verharren genau an Ort und Stelle und halten locker die mächtigen Äxte, die man ihnen als Waffen gegeben hat. Eiter, Balsamierungssekret und ein wenig Verwesungsflüssigkeit tropfen ab und an aus ihren Nähten. Margreth mustert sie nachdenklich und fragt sich, wie es jetzt weitergehen soll. Sie blickt sich nach dem Blutelfen um … und stellt fest, dass er schon neben ihr steht. Thessin ist in die gleiche dunkle Kleidung wie tagsüber gehüllt. Aber jetzt steht er in einer geduckten, seltsam federnden Position, die ihn auf gewisse Weise noch unwirklicher aussehen lässt. Margreth nickt ihm zu und lächelt ein wenig nervös. Schurken haben ihre ganz eigene Art von Magie und sie hat schon gesehen, was die Guten unter ihnen ausrichten können. Sie kann nur hoffen, dass er verlässlich ist. „Oh hallo Herr Thessin“, wispert sie. „Tja, da bin ich.“ „Mhm.“ Der Elf lässt seinen Blick über das Bündel in Margreths linker Armbeuge gleiten. Er sagt einige Momente lang gar nichts. Dann: „Ein Menschenkind?“ „Ähm ja. Ja also vergesst nicht, dass wir ein Geschäft haben, ja?“ Margreth reicht ihm die zugesagten zehn Goldmünzen, abgezählt in einen Lederbeutel. Er nimmt ihn, öffnet, zählt, lässt ihn in einer Tasche seines Gewandes verschwinden. „Mjah. Wir haben jetzt ein … Geschäft.“ Der Elf geht an ihr vorbei und bedeutet ihr zu folgen. Er tritt in einen Seitengang, geht einfach ins Dunkel vor sich. Margreth folgt ihm, Ab und zu quiekt und quietscht es, während sie vorwärts schreiten. Als ihre Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen, kann sie Ratten sehen, die als graue Schemen vor ihnen davonhuschen. Der Gang ist kaum so breit wie ihre Schultern, aber links und rechts zweigen noch engere Durchlässe ab. In manchen davon sitzen die widerwärtigsten der Verlassen und betrachten sie aus schimmernden Augen, während sie vorbei gehen. Hier muss man keine Wachen fürchten, sondern die, die direkt am Abgrund zur Hirnlosigkeit stehen. „Hm. Wir beeilen uns besser.“ Die Stimme des Elfen ist recht tief für einen aus seinem Volk. Er sieht sich leicht besorgt um und schreitet einen weiteren Gang entlang. Hinter ihm und Margreth wird das Stöhnen und Murmeln der Ausgestoßenen lauter. „Ich denke eure Geschwister riechen eure Beute, Verlassene.“ „Was für Beu… oh!“ Margreth legt eine Hand auf ihren Schwertgriff und blickt sich um. Zehn, zwanzig Schritt hinter ihr bewegen sich in Bodennähe Schemen in der Dunkelheit. Ja, die Ausgestoßenen haben ausgezeichnete Nasen, wenn es um frisches Fleisch geht. Das Kind gibt einen leisen Schrei von sich und hinter ihnen wird das Stöhnen gieriger. „Das ist keine, äh, Beute. Es ist nur ein Kind.“ „Mhm. Natürlich, wie Ihr meint.“ Sie gehen schneller, das Kratzen knöcherner Hände und Füße hinter ihnen auf dem Boden nimmt zu. Etwas torkelt aus einem Durchgang zur Linken, der Elf wirbelt herum und bewegt sich wie ein flüssiger Schatten. Mit einem Knirschen wird jemand zurückgeschleudert und kracht hohl stöhnend auf den Boden. „Da entlang. Hm… am besten schnell.“ Der nächste Gang führt zu einer Tür. Margreth sieht, wie Thessin Dietriche von seinem Gürtel zieht und an dem schweren Schloss herumhantiert. Sie zieht ihre Klinge und wendet sich um. In der Dunkelheit ist kaum etwas zu sehen, aber das Stöhnen und Klicken von Krallen auf dem Boden kommt näher. Sie überlegt, wie sie nur mit einem Kind im Arm kämpfen soll, aber sie kann sich nicht überwinden, es auf den besudelten Boden zu legen. Sie zieht ihr Schwert und stellt sich breit in den Gang. Hinter ihr knirscht das Schloss… und springt auf. Dann sind sie in einem anderem Gang, in dem grünliche, schimmernde Flüssigkeit durch Vertiefungen im Boden rinnt. Moose und Flechten bedecken die Wände und schaffen ein unheimliches aber brauchbares Licht. Thessin schlägt die Tür mit Wucht zu und setzt seinen Dietrich ins Schloss. „Stemmt euch dagegen...!“ Ein harter Schlag trifft die Tür von der anderen Seite und sie fliegt einen Spalt weit auf. Ein Arm tastet durch die Öffnung und eine Hand grapscht nach seine Schulter. Ein angelaufener Bronzering liegt um einen der skelettierten Finger, grau gewordenes, ölig schimmerndes Fleisch bedeckt die Knochen und Sehnen nur noch hier und da. Die Fingernägel sehen unmöglich lang aus, weil ihre Ansätze freigelegt sind. Der Elf schreit halb wütend, halb verletzt auf und versucht die Tür zuzustoßen. Aber der Arm hält ihn gepackt und weitere verweste, skelettierte Hände greifen jetzt hindurch. Eine streift seinen Hals und versucht sich festzukrallen. Margreth reißt ihr Schwert hoch, trennt einen der Arme mit einem schnellen Schlag ab, tritt mit Schwung gegen die Tür und klemmt drei, vier weitere Gliedmaßen ein. Dann hebt sie das Schwert wieder und schlägt mit Wucht zu. Eine Stimme kreischt noch, die anderen haben nicht mehr genug Geist, um überhaupt Schmerzen empfinden zu können. Sie stöhnen nur enttäuscht, als ihre Knochen zersplittern und herunterfallen. „Puh, heiliger Strohsack“. Margreth schlägt die Tür mit Kraft zu und nickt zufrieden, als der Elf sie mit Hilfe seines Dietrichs verriegelt. „Also tut mir wirklich, wirklich leid. Ich wollte euch nicht in Gefahr bringen oder so was.“ Sie lächelt Thessin an und wirft einen Blick auf das Kind in ihrer Armbeuge, das jetzt aus vollem Hals schreit. „Och Kleiner, is’ ja gut mein Schätzken, jetzt mal ruhig hm? Maggie ist ja da, die bösen Hirnlosen die können dir rein gar nix. Hm? Geht’s dir gut? Ja geht’s dir denn gut, hm? Utzidutzidu ganz tapfer bist du gewesen, jawoll das bist du wirklich gewesen. Und das hier, das ist übrigens Thessin. Der zeigt uns den Weg raus hier wohin wo’s schöner is’, der kennt sich hier allerbestens aus, was sagst du dazu hm? Hm du Süßes? Na was sagst du dazu hm?“ Einen Moment lang herrscht – bis auf das langsam schwächer werdende Schreien des Kindes – Stille. Dann blickt Margreth auf. „Äh, was ist?“ „Nichts“, sagt Thessin, während er sie weiter ernst und geheimnisvoll anstarrt. „Gehen wir weiter.“ Er wendet sich um und schreitet weiter den Gang entlang. „Das tut Kindern nun mal gut“, erklärt Margreth fröhlich, während sie ihm hinterher geht. „Ich meine manchmal muss man ihnen einfach was erzählen. Das beruhigt. Ist wie bei unsereinem.“ Sie folgen erst diesem Gang, kommen dann in einen breiteren, gehen eine schleimbedeckte Treppe hinab und biegen nach links. Die Gänge sind fast ein Labyrinth. Ein leichter Luftzug kommt mal von vorne, mal von hinten. Der Geruch ist alles andere als angenehm, aber ein wenig besser als in Undercity selbst. Es riecht nach Pilzen, längst fortgewaschenen Fäkalien und nur sehr leicht nach Verwesung. Dann wird der Geruch von verfallendem Fleisch plötzlich wieder stärker. Als Margreth um die Ecke biegt, steht sie in einem runden Raum, von dem mehrere schmale und zwei sehr breite Gänge weg führen. Thessin steht an einer der abgerundeten Seitenwände. Entlang der anderen Seite des Raumes stehen ein halbes Dutzend Bewaffnete, Untote in schweren Rüstungen, mit den Waffenröcken der Todeswache an ihren Leibern. Einer von ihnen hat seinen schweren Helm abgenommen. Wulfen Thesnith sieht wegen seiner verschrumpelten Lippen immer so aus, als würde er grinsen. Er war im Leben ein großer Mann und ist es auch heute noch – nur dass die Muskeln unter der eingetrockneten, blaugrün schimmernden Haut nun noch deutlicher hervor treten. Seine Füße sind riesig, sein Kettenhemd wölbt sich über der mächtigen Brust. Er hat keines seiner beiden Schwerter gezogen – er scheint sich mehr als sicher zu fühlen, dass seine Leute mit Margreth fertig werden können. Warum auch nicht? Todeswachen sind erfahrene Kämpfer. Und einer von ihnen ist, wie man deutlich sehen kann, sogar ein Zusammengenähter. Er ist sicher zweieinhalb Schritt groß, noch massiger als Wulfen … und er ist es, der den Gestank ewiger Verwesung gepaart mit dem scharfen Aroma von Balsamierungsflüssigkeit verströmt. Er hält seinen Kriegshammer wie ein Kinderspielzeug in einer Hand mit Fingern, die eindeutig zu verschiedenen Menschen gehört haben. Wulfen grinst, jetzt nicht nur wegen seines Totengesichtes, sondern auch weil er wirklich amüsiert zu sein scheint. „Margreth Tiffen. Wenn man Undercity verlassen muss, keine Magierfreunde in der Nähe weiß und die Aufzüge versperrt sind… was tut man dann?“ Margreth kann ihn nur anstarren. Das Kind knatscht erneut, vielleicht weil es die Angst seiner Beschützerin spürt. Wulfen fährt genüsslich fort. „Man versucht es durch die Kanäle, Tiffen.“ Er nickt Thessin zu und lässt seine funkelnden Lichtaugen über ihn gleiten. „Gute Arbeit, Spitzohr.“ „Mhm.“ Thessins Stimme ist ruhig, ernst und ein wenig abwesend. Er sieht Margreth nicht an. „Danke, Herr Thesnith.“
Alternative Linked Data Views: ODE     Raw Data in: CXML | CSV | RDF ( N-Triples N3/Turtle JSON XML ) | OData ( Atom JSON ) | Microdata ( JSON HTML) | JSON-LD    About   
This material is Open Knowledge   W3C Semantic Web Technology [RDF Data] Valid XHTML + RDFa
OpenLink Virtuoso version 07.20.3217, on Linux (x86_64-pc-linux-gnu), Standard Edition
Data on this page belongs to its respective rights holders.
Virtuoso Faceted Browser Copyright © 2009-2012 OpenLink Software