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  • Ellen Sinclair: Ein- Mann- Versteckspiel (by Implord)
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  • „Ein- Mann- Versteckspiel“ zu praktizieren. Hierbei soll es möglich sein, einen Geist in ein Stofftier zu bannen und mit ihm Verstecken zu spielen. Das wirkt an sich schon sinnlos genug, aber darüber hinaus besteht noch eine gute Chance, dass man es verpatzt und von irgendeinem gruseligen Wesen aus der Hölle ermordet zu werden. Ich rekonstruiere den Fall folgendermaßen: „Du brauchst gar nicht so zu gaffen“, giftete Ellen ihn gereizt an. Sie schob ihren Arm durch den übrigen Ärmel und strich sich das noch nasse Haar aus dem Gesicht. „Außerdem wachse ich noch. Spar' dir das mitleidige Grinsen.“
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  • „Ein- Mann- Versteckspiel“ zu praktizieren. Hierbei soll es möglich sein, einen Geist in ein Stofftier zu bannen und mit ihm Verstecken zu spielen. Das wirkt an sich schon sinnlos genug, aber darüber hinaus besteht noch eine gute Chance, dass man es verpatzt und von irgendeinem gruseligen Wesen aus der Hölle ermordet zu werden. Ich rekonstruiere den Fall folgendermaßen: Ellen legte den Stift beiseite und wandte sich den Materialien zu. Sie hatte sich für einen Teddy entschieden, den sie liebevoll Freddy- Tan getauft hatte, benannt nach Freddy aus dem Horrorspiel Five Nights at Freddy's. Freddy lag am Boden des Wohnzimmers und tat, als könne er kein Wässerchen trügen. Was aktuell noch der Fall war. Hinzu kam ein Beutel mit Reis, eine Rolle Garn, eine Nadel, ein Küchenmesser, eine Tüte Salz, eine Tasse, eine Flasche Mineralwasser und die Fernbedienung für den Fernseher. Sie hatte sich für das Wohnzimmer als Zuflucht entschieden, da es hier einige große Fenster gab, die im Notfall einen schnellen Ausweg lieferten. Was den Schutz betraf, so hatte sie statt Kreuzen japanische Ofudas im Raum verteilt. Sie hatte sich auch ein Sandwich mit Schinken und Senf bereitgelegt. Im Garten hielt Leo die Kohlen warm. Er hatte zudem ein Loch für Asche ausgehoben. Es war zwei Uhr am Morgen. „So, Freddy, jetzt geht’s bald ans Eingemachte“, sagte sie zum Stofftier und nahm die Tasse zur Hand. „Ich hätte auch einfach ins Haus gehen können, wo die Teens ermordet wurden. Warum also tu ich das nicht? Es würde mir die Mühe sparen, dich zu wecken.“ „Wehe, du guckst!“ Sie setzte einen Finger an den obersten Knopf ihrer Bluse und zögerte. Dann drehte sie sich um. Freddy- Tan sah sie aus großen, hungrigen Augen an. Hungrig? Nein, dass konnte nicht sein. Der Ritus konnte noch nicht so weit sein. Sie drehte den Bären um, sodass er die Wand ansah, und entkleidete sich. Minuten später stand sie unter dem heißen Wasserstrahl. „Du brauchst gar nicht so zu gaffen“, giftete Ellen ihn gereizt an. Sie schob ihren Arm durch den übrigen Ärmel und strich sich das noch nasse Haar aus dem Gesicht. „Außerdem wachse ich noch. Spar' dir das mitleidige Grinsen.“ „... führte zur Entlassung des Biologen. Es wird vermutet, dass...“ „... in die Entführung, Misshandlung und Ermordung von mindestens... „... beteiligt war, beteiligt war, teiligt war und...“ „... Vor Gericht sagte........ aus er.....“ „... Neugier verleite Kinder oft zu unüberlegten Aktionen...“ „... resultierte im Tod des Mädchens...“ „... Daher ruft Minister Minister Minister....“ „ELLEN“ „... führte damals zum Börsencrash...“ „... die Zeit sei nun gekommen, so der leitende...“ Ellen öffnete die Augen, griff sich das Messer und eine Handvoll Salz, dann machte sie sich auf ins Badezimmer. Sie erreichte die Tür, umfasste den Griff, zog... Nichts rührte sich. Ellen runzelte die Stirn. Sie versuchte es erneut. Die Tür ging problemlos auf. Im Badezimmer sah alles unverändert aus. Aber der Geruch war anders: Stechend, lauernd, der beißende, erdige Geruch eines Raubtiers. Freddy- Tan schwamm in der Badewanne und stellte sich so tot, wie man es als unbelebtes Objekt nur konnte. Ellen fischte ihn mit zwei Fingern aus der Wanne und sagte: „Hab dich gefunden.“ Dann stach sie ihr Messer in den Teddy. Sie hatte im Vorfeld sämtliche Lichter im Haus deaktiviert, es gehörte zum Ritual, es lag also vielleicht an der mangelnden Beleuchtung, aber sie hatte den Eindruck, dass der Plüschbär sie erwartungsvoll ansah. „Du bist als Nächster dran, Freddy- Tan“, verkündete Ellen so klar und deutlich, wie sie konnte, sie wollte sich nicht verhaspeln, dann ließ sie Freddy wieder in die Wanne fallen und kehrte einmal mehr ins Wohnzimmer zurück. Am Eingang zum Selbigen blieb sie kurz stehen und verstreute das Salz an der Schwelle. Dann nahm sie sich ihre Tasse Salzwasser, öffnete eine Kommode, deren Tür sie mit Ofudas bestückt hatte, und kletterte hinein. Sie ließ die Tür einen Spalt geöffnet um den Fernseher im Blickfeld zu behalten. Laut der Anleitung, die sie gelesen hatte, konnte es sein, dass einem im Haus ´etwas Herumwanderndes` begegnete, wenn man kein Salzwasser mit sich führte. „ICH SEHE DICH!“ „London Bridge is falling down, falling down, falling down...“ Und dann, unmittelbar vor der Tür der Kommode blieb er stehen. Fast zögernd schien der Bär die Papierstreifen an den Türen zu mustern. Sein Blick fiel auf Ellen: Im Zwielicht sah sie das Gesicht des Teddys aus einer grausigen Perspektive: Die Knopfaugen waren gierig und hungerten nach ihr, der grinsende Mund hätte sich die Lippen geleckt, hätte er auch nur eine Zunge gehabt. Ein krampfhaftes, spastisches Zucken warf den Bären von Zeit zu Zeit in einen neuen grotesken Winkel. Eine Ewigkeit, so schien es, blickte sie der Teddy mit diesem wissenden Lächeln an. Sie konnte ihn riechen. Der gleiche strenge Duft wie im Badezimmer. Der Geruch, den sie sofort mit dem Tierpark verband, mit den Gehegen der bestialischen Raubtiere und der gerissenen Jäger. Aus dem Fernseher drang ein ungehaltenes, kehliges Knurren. Dann drehte sich der Bär um und verließ Ellens Blickfeld. Sie hörte seine Schritte, die sich über den Flur entfernten... in welche Richtung? Ellen blickte auf ihre Armbanduhr. Es war bereits vier Uhr am Morgen. Laut der Anleitung sollte das Ritual in spätestens einer Stunde vollzogen sein. Ellen atmete tief durch. Dann legte sie den Kopf in den Nacken und füllte ihren Mund mit Salzwasser. „So etwas“, dachte sie bitter, „mache ich nie wieder.“ Dann schlüpfte sie aus der Kommode, bedacht, kein Wasser aus der Tasse zu verschütten. Vorsichtig richtete sie sich auf und sich um. Sie sah nichts, dass ihr hätte Sorge bereiten müssen. Sie atmete tief durch die Nase und wandte sich zum gehen. „Now, wenn ich ein psychopathischer Teddybär wäre, wo würde ich mich verstecken? Von gewissen Pizzerien einmal abgesehen...“ „Komm her“, knurrte sie geistig, „Ich mach dich fertig. Komm her...“ „Oh, nein, bitte nicht...“ „Tja“, dachte sie, „Fuck the police.“ „Ich gewinne“, schrie sie den Teddy schrill an, „Ich gewinne! Ich gewinne!“ „Du hast das Recht zu schweigen.“ Freddy- Tan grinste ihr unbeeindruckt entgegen. „Sorry, dass du warten musstest“, entschuldigte sich Ellen, als sie sich zu Leo im Garten gesellte. „Dann ab in die Hölle damit.“ „Sollten wir seinen Namen schreiben?“, fragte Leo. Ellen winkte ab. „Würde eh keiner lesen.“ „Geez“, murrte sie mit vollem Mund, „Soviel zum Thema Paranoia.“ Sie schluckte und sprang in ihren Lieblingssessel, schnappte sich die Fernbedienung und schaltete den Fernseher ein. Kategorie:Geister Kategorie:Mord Kategorie:Lang Kategorie:Artikel ohne Bilder Kategorie:Ritual
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