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  • Amira/Geschichte
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  • Das Fieber nagt an mir, ebenso die Schande. Ich bin allein in diesem Land Ägypten, wohin die Befehle meines Generals Ptolemaios mich geführt haben. Was ist aus meinen Kampfgefährten geworden? Ich verließ das Schlachtfeld am Ufer des Hydaspes, als der General den Befehl zum Rückzug gab. Ich sah Alexander den Großen von Bucephalus' Rücken stürzen, als Bogenschützen auf Bäumen und gepanzerten Elefanten ihre Pfeile auf ihn regnen ließen. Ich sah viele, viele Griechen, Makedonier, Perser und indische Barbaren in diesen schrecklichen Wäldern sterben, wo nur der Regen noch reichlicher floss als das Blut. Richteten wir, Alexanders Soldaten, oder die indischen Barbaren das barbarischere Blutbad an?
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  • Das Fieber nagt an mir, ebenso die Schande. Ich bin allein in diesem Land Ägypten, wohin die Befehle meines Generals Ptolemaios mich geführt haben. Was ist aus meinen Kampfgefährten geworden? Ich verließ das Schlachtfeld am Ufer des Hydaspes, als der General den Befehl zum Rückzug gab. Ich sah Alexander den Großen von Bucephalus' Rücken stürzen, als Bogenschützen auf Bäumen und gepanzerten Elefanten ihre Pfeile auf ihn regnen ließen. Ich sah viele, viele Griechen, Makedonier, Perser und indische Barbaren in diesen schrecklichen Wäldern sterben, wo nur der Regen noch reichlicher floss als das Blut. Richteten wir, Alexanders Soldaten, oder die indischen Barbaren das barbarischere Blutbad an? In den sieben Jahren, seit wir Makedonien verlassen und nach und nach diese fernen Reiche erobert haben, galoppierte er auf dem treuen Bucephalus an der Spitze seiner Truppen, gab uns Kraft und Mut, versprach vor jedem Kampf Gold und Ruhm; Fußsoldaten und Reiter riefen seinen Namen und schworen, sich selbst zu übertreffen. Dieser Mann hatte im Kampf mehr Schläge abbekommen als alle Veteranen zusammen; er konnte uns über unsere Grenzen hinausführen. Dank ihm würden wir zu Helden werden, mit Ruhm und Ehre bekrönt, von allen bewundert. Unsere Familien würden reich werden, und unser Andenken würde auch lange nach unserem Tod noch in Ehren bewahrt werden. Es war begeisternd, für einen König wie Alexander zu kämpfen! Aber nach den unzähligen Pässen des Hindukusch mit ihren eisigen Winden, nach den feindlichen Wäldern mit ihren Regenfluten und tödlichen Schlangen, wo uns das schmutzige Wasser ein blutiges Fieber brachte, wollten viele von uns umkehren. Ich sehe unseren König Alexander heute noch auf seinem großartigen schwarzen Pferd sitzen und uns anfeuern, trotz der Müdigkeit und der Angst, die an unseren Eingeweiden nagte, weiterzukämpfen. Wir folgten ihm auch dieses Mal. In unser Unglück. Wir fanden weder Gold noch Ruhm, nur Tod und Verwüstung. Nachdem unser verwundeter König gestürzt war, übernahm General Ptolemaios den Befehl. Er vertraute mir eine Mission an, die mich für lange Zeit von Schlachtfeldern fernhalten würde. Ich galoppierte unermüdlich nach Westen. Aber in meinem Kopf tobte eine andere Schlacht; der Gegenstand, den Ptolemaios mir gegeben hatte, übernahm die Kontrolle über meine Gedanken. Die Stimmen unsichtbarer Wesen befahlen mir, zu meinem König zurückzukehren, warfen mir Verrat vor, bedrohten mich mit den schrecklichsten Qualen des Hades. Nachts fand ich keinen Schlaf, denn grässliche neunköpfige Schlangen versperrten mir den Weg. Ich versuchte, die Köpfe abzuschlagen, aber vergebens, sie wuchsen nach und wurden immer mehr. Verstört ritt ich weiter, zog an den uralten Pyramiden von Heliopolis vorbei, in denen die Pharaonen dieses Landes mit ihrer Beute eine letzte Ruhestätte fanden. Die steinernen Götter schienen bei diesen von Menschen gebauten Wüstenbergen Wache zu halten. Ich ritt weiter nach Westen und floh vor der Gesellschaft von Reisenden oder Dorfbewohnern. In diesem Tal fiel mein treues Pferd dem Biss einer riesigen Schlange zum Opfer. Ich begrub es mit großem Bedauern und wollte zu Fuß weitergehen, aber bald unterlag ich der Erschöpfung, der glühenden Sonne und dem Fieber. In der folgenden Nacht kam ein weißes Pferd zu mir und bedeutete mir, ihm zu folgen. Es sah genauso aus wie mein totes Pferd, und ich war froh, es im Hades wiederzutreffen. Aber als ich seinen warmen Atem auf meinem Gesicht fühlte, wurde mir klar, dass meine Zeit noch nicht gekommen war. Ich stand auf, lehnte mich an seine Flanke und folgte ihm zu seinem Unterstand, wo ich nach und nach wieder zu Kräften kam, dank der darin verborgenen Quelle, der Früchte und dem Wild in diesem Tal. Ich bin nicht der erste, der in diesem Gebäude wohnte. Als ich die Darstellungen dieses alten Volkes betrachtete, vermutete ich, dass sie Gebete an ihre tierköpfigen Götter, die auch über die Pyramiden wachten, hier in die Wände geritzt hatten. Ich weiß nicht, warum sie den Unterstand verließen, aber sie hatten ihre Meißel und Farbpulver zurückgelassen. Außerdem Papyrusrollen; diese Pflanze wächst in Fülle an den Flussufern, und ich begann, auf diesen Rollen meine Geschichte zu erzählen. Aber bald quälte mich der verfluchte Gegenstand wieder, trotz des Schutzes der ägyptischen Götter. So fasste ich den schändlichen Entschluss, mich von ihm zu trennen, solange ich noch einigermaßen bei klarem Verstand war. Aber ich musste dafür sorgen, dass er nie in andere Hände geraten konnte. Ich erinnerte mich an die List des Odysseus bei der Belagerung von Troja, der Stadt, die selbst der große Held Achilles nicht erobern konnte. Er ließ ein riesiges Holzpferd bauen, in dem sich seine besten Krieger versteckten. Das Pferd wurde vor den Stadtmauern als Geschenk stehen gelassen, und es wurde das Gerücht in Umlauf gebracht, dass die Griechen die Belagerung Trojas aufgegeben hätten. Als der Tag anbrach, entdeckten die Trojaner das Pferd und holten es in die Stadt. Während sie ihren Sieg feierten, schlüpften die Elitekrieger leise wie Schlangen aus dem Bauch des Holzpferdes und öffneten die Tore Trojas. Die versteckte griechische Flotte kehrte zurück, nahm Troja ein und machte es dem Erdboden gleich. Der weise Odysseus sagte: „Am besten ist ein Geheimnis offen vor aller Augen versteckt.“ Papyrusrollen, im Jahr 2014 entdeckt in einer Höhle in der Sketischen Wüste in Ägypten. Wahrscheinlich geschrieben um das Jahr 320 v. Chr. von Leutnant Demetrios von der Armee Alexanders des Großen.
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