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| - Das Zwergenreich Khaz Modan Hafenstadt Menethil 2. Frühling nach dem Einfall der Eisernen Horde Golbolosch brummte müde vor sich hin als eine kühle Brise frischer Seeluft seinen Bart streifte. Der neben ihm sitzende Mensch erwiderte das Brummen und ergänzte es durch ein leichtes Schütteln seiner selbst. Das Wasser unter ihnen bewegte sich unter leichter Strömung, kleine Wellen schlugen gegen die Kaimauer und es glänzte im rötlichen Schein der aufgehenden Sonne. Das Gespann saß auf der steinernden Mauer, die Beine herabbaumelnd lassend und die Ruten in der Hand. Die morgendliche Ruhe wurde lediglich von einem entfernten knatternden Geräusch unterbrochen. "Näh, de Gnome scho wieda' verjahn uns all de Fische", kam es vom Zwerg. "Joooo" stimmte der Mensch gestreckt gähnend hinzu und nach längerer Pause erwiderte er: "De sind in letzter Zeit häufich in der Luft....da gibtˋs wohl Probleme wa.. ständich fliecht son Teil h'rum als würd'n de wat suchen tun." "Dey schaun sicher nach ihre Stelz'n, hamse wohl verloren." Wieder herrschte Stille welche nur Gelegentlich vom platschenden Geräusch des Wassers durchbrochen wurde. Der kleine Punkt am Himmel war in der Ferne des Nordens verschwunden. Allmählich erwachte die Hafenstadt hinter ihnen zum Leben. Wobei es weniger die Hafenstadt war, die erwachte, denn die Arbeiter von den Schiffen, welche über den Kai zu ihren Schiffen trotteten um wohl bald mit den Löscharbeiten fortzufahren. Im stillen Einvernehmen beachteten die beiden die Arbeiter nicht. Es war zu früh um mehr als nur eine Notiz von ihnen zu nehmen. Die Augen höchstens einen kleinen Spalt geöffnet um Bewegungen an den Schwimmern zu registrieren saßen sie verschlafen dort. Dann riss Golbolosch plötzlich die Augen auf und wirkte Hellwach. Das über die Jahrzehnte hinweg trainierte Gespür des Zwerges hatte einen Widerstand am Haken bemerkt. "HA! Da hab ick eenen janz Dick'n, rief er aus und zog an seiner Angel. Der Fisch hatte sich nunmehr festgebissen und es schien wahrlich ein Koloss von einem Tier zu sein. Das Frühstück war definitiv gesichert! Verwundert wendete der Mensch rasch den Kopf in Richtung des Schwimmers vom Zwerg, der bereits kräftig an seiner Rute zog und den Weidenast hart zum Biegen brachte. Mit gespannten Muskeln hievte das gedrungene Wesen den gewaltigen Fisch aus dem Wasser. Bei dem Gewicht an der Schnur war es bereits eine abstrakte Form eines Wunders, dass weder der Ast brach noch die Schnur riss. "He! Pass uff! De hast 'n Murloc an der Angel!" schrie der Mensch warnend mit etwas Panik in der Stimme aus. Seine eigene Angel wurde fallen gelassen und durch das Messer in der Hand ersetzt. Zu tief saßen die Geschichten von verstorbenen und verschwundenen Fischern die wohl allesamt von Murlocs zerfetzt wurden. Der Zwerg lies ebenfalls die Angel los. Ast wie auch Murloc klatschten mit einem ansehnlichen platschen zurück ins Wasser. Flink zu seiner Axt gegriffen starrte der Zwerg mit dem Menschen zusammen auf den Murloc. Regungslos trieb das Wesen auf der Oberfläche und sank nur langsam. "Scheissendreck.. kiek mal da!" Und als der Zwerg dem Fingerzeig des Menschen folgte sah er eine weitere Murlocleiche in einiger Entfernung treiben, dann noch eine. Dazwischen trieben die Fische die sie zuvor zu fangen gedachten. Auch die Hafenarbeiter hielten inne, stellten sich an den Rand des Kais und begafften murmelnd die Unmengen von der Strömung langsam heran getriebenen Leichen von Seegetier. Wildeste Spekulationen wurden im allgemeinen Gemurmel aufgestellt, aber in einem waren sie sich alle einig: Dies war nicht normal, es lag Unheil in der Luft...
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