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  • Sleepless Untold IV: Blutiges Verhör
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  • Langsam. Ganz langsam. Werde eins mit der Dunkelheit. Halte mich bedeckt. In der hintersten Ecke des Wohnzimmers beobachte ich mein Ziel. Sonnenbrille verdeckt meine verschiedenfarbigen, leuchtenden Augen. Obwohl mein Ziel im matten Schein seiner flackernden Kerze auf einem Ledersessel sitzt und liest, hat er mich noch nicht bemerkt. Gut so. Sitzt mit dem Rücken zu mir. Man kann sagen, dass der Raum gemütlich eingerichtet ist. Einige dunkle Ledermöbel, auf einem dicken Fellteppich. Einige gut gefüllte Bücherregale stehen eng beieinander an der Wand. Auf dem kleinen Tisch, der vor meinem Ziel steht, befindet sich eine Flasche Rotwein. Mit einer besonderen Zutat gemischt. Grinse etwas. Die Menschen können alles, außer sich ändern. Ihre Dekadenz kommt Gestalten wie mir gerade recht. Es ist ge
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  • Langsam. Ganz langsam. Werde eins mit der Dunkelheit. Halte mich bedeckt. In der hintersten Ecke des Wohnzimmers beobachte ich mein Ziel. Sonnenbrille verdeckt meine verschiedenfarbigen, leuchtenden Augen. Obwohl mein Ziel im matten Schein seiner flackernden Kerze auf einem Ledersessel sitzt und liest, hat er mich noch nicht bemerkt. Gut so. Sitzt mit dem Rücken zu mir. Man kann sagen, dass der Raum gemütlich eingerichtet ist. Einige dunkle Ledermöbel, auf einem dicken Fellteppich. Einige gut gefüllte Bücherregale stehen eng beieinander an der Wand. Auf dem kleinen Tisch, der vor meinem Ziel steht, befindet sich eine Flasche Rotwein. Mit einer besonderen Zutat gemischt. Grinse etwas. Die Menschen können alles, außer sich ändern. Ihre Dekadenz kommt Gestalten wie mir gerade recht. Es ist gerade mal eine Woche her, seit ich diesen anderen Knacker umgebracht habe. Doch es war kein Spaß dabei. Dieser Kerl, ein Mann mittleren Alters, wird heute meinem Spieltrieb zum Opfer fallen. Seine Glatze scheint im Schein der Kerze zu schimmern. Ist vor ungefähr zehn Minuten heimgekommen. Hat sich direkt auf seinen Sessel gesetzt und zu lesen begonnen. Sobald er den Wein trinkt, beginnt der Spaß. Könnte ihn auch einfach so töten, doch hatte schon lange keinen Spaß mehr mit meinen Zielen. Kribbelige Vorfreude überkommt meinen unruhigen Geist. Habe ihn zufällig ausgewählt. Ein paar Tage beobachtet und die Nacht geplant. Alles läuft nach Plan. Grinse zufrieden. Jeder meiner Sinne lechzt nach Blut. Will es berühren. Es schmecken. Meine Mordlust ist um ein vielfaches gestiegen, seit mein Alter Ego, Lars, etwas zu lange die Führung übernommen hat. Immerhin hat mich dieser seltsame Millennium zurückgetauscht. Mein Zielobjekt gießt sich etwas Wein in ein passendes Glas. Meine Gedanken sind augenblicklich wieder bei der Sache. Er setzt an. Nimmt ein Schluck. Mein Grinsen wird immer breiter. Showtime. Langsam und leise, schreite ich aus der dunklen Ecke, auf mein Ziel zu. Bleibe nur knapp hinter seiner Rückenlehne stehen. Beuge mich etwas nach vorne. "Schmeckt der Wein?", flüstere ich mit tödlichem Genuss in der Stimme. Selten habe ich jemanden gesehen, der sich so erschreckt. Der Alte wirbelt um. Sein Gesicht zeigt eine amüsante Mischung aus Verwirrung und purer Angst. Vor Schreck springt er vom Sessel auf. "Wer zum Teufel sind sie!? Und was machen Sie in meinem Haus!?", schreit der alte Mann wütend. Soll vermutlich seine pure Angst überdecken. Lege meinen Kopf etwas schief. Ach stimmt ja. Habe meine Sonnenbrille auf. Langsam setze ich sie ab und das Gesicht des Alten erbleicht fast augenblicklich. "Sleepless...", keucht er angsterfüllt. Hoffe, dass mein Grinsen so diabolisch rüberkommt, wie ich es ausdrücken möchte. "In Fleisch und Blut.", erwidere ich amüsiert und gehe zu dem Sessel gegenüber von dem, auf welchem der Alte gesessen hat. Lasse mich dort nieder. Auch, wenn er jetzt zu rennen beginnen würde, würde die besondere Zutat, die ich vorher in seinen Wein gegeben habe, ihn außer Gefecht setzen, noch ehe er die Haustür erreicht hat. Kein Grund zur Eile. "Was willst du von mir!?", keift mein Zielobjekt mit allmählich brüchig werdender Stimme. Seine Beine beginnen zu zittern. Die Wirkung setzt ein. "Setz dich.", fordere ich gespielt freundlich auf und verschränke meine muskulösen Arme. Gequält folgt der Alte meiner "Bitte". Blass und mit Panik blickt er in meine Augen. Mein Grinsen schwindet. "Habe etwas ganz besonderes mit dir vor.", beginne ich mit ruhiger, kalter Stimme. Allmählich versteift sich der Körper meines Gegenübers. Habe den Inhalt, einer meiner Lähmungsspritzen, in seinen Wein gegeben. Gleich wird er sich nicht mehr bewegen können. Aber jeden Schmerz ungehindert erleben dürfen. "Du warst zur falschen Zeit, am falschen Ort. Dabei kenne ich noch nicht einmal deinen Namen.", fahre ich munter fort. Sein Körper bewegt sich nicht mehr. Nur seine Augen springen so wild hin und her, als würde mit der Pupille Tischtennis gespielt. "Naja was soll's. Werde dich eben Alfred nennen.", füge ich belustigt hinzu und steige von meinem Sessel hoch. "Alfred? Dein Ernst, Raphael?", höhnt Lars in meinem Kopf. Muss lachen. Er auch. Gehe auf Alfred zu. Zücke währenddessen mein Skalpell hervor. Meine Lieblingswaffe. Blicke herablassend zu meinem Ziel, während ich sein bläuliches Hemd aufknöpfe. "Weißt du Alfred. Zuerst werde ich ein wenig in deinem Körper herumschneiden. Habe schon lange nicht mehr wirklich gemordet. Kann gut sein, dass ich, sobald ich dein Blut rieche, rasend werde. Also...wünsch mir viel Spaß.", erkläre ich mit einem finsterem Lächeln und setze das ungemein scharfe Skalpell an seiner Brust an. "Viel Spaß, Raphael", wünscht mir Lars. Seit der Kannibale ihn zum Mörder ausgebildet hat, ist er entspannter, was Mord anbelangt. Ohne Mühe dringt die dünne Klinge des Skalpells in den Körper meines Opfers ein. Kalter Stahl begrüßt warmes Blut. Ziehe das Skalpell einmal quer von der linken, zur rechten Brust. Danach zum Bauchnabel. Dann wieder zur linken Brustseite. Ein blutiges Dreieck. Würde mir von Organen nicht schlecht werden, würde ich die aufgeschnittene Haut entfernen. Naja, man kann nicht alles haben. Kleine Blutflüsse laufen an dem behaarten Oberkörper meines Ziels hinunter. Blutgeruch beginnt allmählich die Luft zu erfüllen. Bekomme die vertraute, angenehme Gänsehaut an meinen Armen. Liebe diesen Geruch so sehr. Es erfüllt meinen dunklen Geist. Lege die blutige Klinge des Skalpells flach an meinen leicht geöffneten Mund. Metallisch süßlicher Geschmack erfüllt meinen Mund. Schließe kurz voller Wohlgefallen meine Augen. Etwas macht sich in meinem Inneren breit. Das vertraute Gefühl des Rausches. Tränen fließen die Augen des Alten hinunter. Muss echt scheiße sein, der Folter hilflos ausgeliefert zu sein. Das Geheule des Typen erfüllt mich mit Zorn. "Hör auf zu heulen, du dreckiges Stück Scheiße!", schreie ich und schlage ihm hart ins Gesicht. Lautes Knacken. Habe anscheinend seine Nase gebrochen. Lache ihn laut aus. Steche das Skalpell, aus Wut, immer wieder in verschiedene Bereiche seines Körpers. "Schrei, wenn du kannst!", brülle ich höhnisch und beende das Ganze, indem ich diesem alten Mann, den Hals aufschneide. Tiefe Befriedigung legt sich über meinen aufgeregten Geist, als ich mein blutiges Werk betrachte. "Bin stolz auf mich. Was sagst du, Lars?", frage ich mit ruhigerer Stimme. Währenddessen lasse ich meine Zunge, noch einmal über die flache Seite meines vor Blut triefenden Skalpells, gleiten. "Das letzte Mal, als du so einen Overkill begangen hast, war an Sara und deinen Eltern. Versteh mich nicht falsch. Du hast einen genialen Mord hingelegt. Aber seit wann spielst du mit deinen Opfern?", entgegnet mein Alter Ego. Nachdenklich blicke ich auf den leblosen Körper von "Alfred". "Keine Ahnung. Wollte mal etwas neues ausprobieren. Was soll's. Immerhin ist meine Mordlust gestillt.", gebe ich kichernd zurück, streiche meinen braunen Staubmantel glatt und verlasse das Haus meines Opfers. Kühler Nachtwind auf meiner Haut. Hände in den Taschen meines Staubmantels. Jetzt schnell zu meinem Unterschlupf und... "Hände über den Kopf!", höre ich jemanden hinter mir schreien. Wirbele um. Stehe 7 Leuten mit scheinbar geladenen Waffen gegenüber. Alles junge Menschen. Nicht älter als 25. 5 Männer. 2 Frauen. Soll ich es riskieren und fliehen? Kooperation wäre vermutlich im Moment angebrachter. Folge ihren Anweisungen. Sie kommen auf mich zu. Selbst mit Lars' Fähigkeit, Angriffe vorherzusehen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass ich einen Kugelhagel überlebe. Werde unsanft gepackt. Handschellen um meine Hände. "Dachte, dass es in diesen Zeiten keine Staatsgewalt mehr gibt.", höhne ich grinsend und schaue eine unsicher blickenden Frau an. Eine ist schon mal nicht bei der Sache. Bleiben sechs, die mich töten könnten. Zu viele... Scheiße.
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