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| - Offensichtlich hat dieser Mann viel Zeit in körperliche Ertüchtigung investiert. Unter seiner für blutelfische Verhältnisse eher schlichten, ein wenig abgetragenen und ausgewaschenen Kleidung läßt sich gut ausgeprägte Muskulatur erahnen. Sein linkes Bein bildet jedoch eine Ausnahme. Es scheint ein wenig kürzer zu sein als das rechte, weniger kräftig. Dieses Gliedmaß zu belasten bereitet ihm zumindest großes Unbehagen, wenn nicht sogar Schmerzen. Daher hinkt er unweigerlich beim Gehen und bewegt sich dementsprechend langsamer fort als jemand mit zwei gesunden Beinen. Rennen oder gar Sprinten dürfte mit dieser Behinderung schwer möglich sein. In seinen strengen hagen Gesichtszügen dominiert die leicht gekrümmte, recht spitze Nase, die ihm zusammen mit einem generell recht intensiven, geradezu bohrenden Blick und der häufig gerunzelten Stirn die Anmutung eines skeptischen Falken gibt. Dünne, schmale Lippen schließen das Gesamtbild ab. Die Hautfarbe ist durchschnittlich, weder sonnengebrannt noch bleich. Er versteht es relativ gut, seine Mimik zu kontrollieren. Selten erwischt man ihn mit einer unkaschierten Gefühlsregung – insbesondere Lächeln, Grinsen und Schmunzeln scheinen in Raenirs Mienenspiel wenig Platz zu finden. Die Situation bessert sich ein wenig, wenn er nicht in Uniform unterwegs ist. Sein gut gestutzter Bart paßt nicht ganz zu der unwirsch und fahrig zurückgekämmten Frisur. Ein wenig wirkt es, als verlöre er jeden Morgen nach dem Trimmen seines Kinnbartes die Geduld und rücke dem Haarschopf nur kurz und lustlos mit einer Bürste zuleibe. Aus seiner forschen, strammen Haltung, die er selbst während seiner hinkenden Gehweise aufrecht zu erhalten versucht, läßt sich für einen aufmerksamen Beobachter leicht auf einen militärischen Hintergrund schließen – entweder das, oder der Mann trägt eine gehörige Portion Stolz mit sich herum. Vielleicht auch beides. Sollte er seine Blutritter-Rüstung tragen, erledigt sich die Frage nach seiner Okkupation freilich von selbst. Diese „Uniform” befindet sich, sofern man ihn nicht gerade unmittelbar nach einer Auseinandersetzung antrifft, für gewöhnlich immer in tadellosem Zustand – poliert, daß sie im Sonnenlicht glänzt. In diesem Aufzug läßt sich das verkümmerte linke Bein optisch nicht vom rechten unterscheiden. Hinken muß er aber auch mit Rüstung. Als bevorzugte Waffe trägt er einen langen Speer mit einer breiten, mit Widerhaken versehenen Spitze. Sollte man ihn beim Umgang damit oder beim Hantieren mit Alltagsobjekten beobachten, fällt schnell auf, daß er Linkshänder ist. Ungeachtet seiner üblicherweise eher kühlen und abweisenden Miene spricht Raenir mit einem warmen Bariton. (Klingt ungefähr so wie die Stimme von Sascha Bendiks – zu hören zum Beispiel hier: )
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